Hanau schließt Verträge für Ganztagsbetreuung an 16 Grundschulen

Hanau schließt Verträge für Ganztagsbetreuung an 16 Grundschulen
Hanau schließt Verträge für Ganztagsbetreuung an 16 Grundschulen | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Die Stadt Hanau hat die Vergabe der Ganztagsbetreuung für alle 16 städtischen Grundschulen abgeschlossen. Die Verträge laufen zunächst bis zum Schuljahr 2029/30 und enthalten jeweils zwei Verlängerungsoptionen von je zwei Schuljahren, so dass eine maximale Laufzeit von acht Jahren möglich ist. Ziel ist es, rechtzeitig zum gestaffelten bundesweiten Anspruch auf Ganztagsbetreuung verlässliche Angebote bereitzustellen.

Vergabe und zuständige Träger

Die Betreuungsleistungen wurden im wettbewerblichen Verfahren als Dienstleistungskonzession je Schule ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielten drei freie Träger, die nach Angaben der Stadt mit überzeugenden pädagogischen Konzepten ausgewählt wurden. Die Arbeiter Samariter Bund e. V. wird die Betreuung an den Schulen August Gaul Schule, Brüder Grimm Schule, Eichendorff Schule, Gebeschus Schule, Geschwister Scholl Schule, Heinrich Heine Schule, Theodor Heuss Schule und Tümpelgarten Schule übernehmen. Kaleidoskop e. V. ist für die Erich Kästner Schule, die Friedrich Ebert Schule, die Limesschule, die Pestalozzi Schule und die Wilhelm Geibel Schule zuständig. Die Kathinka Platzhoff Stiftung verantwortet die Angebote an der Anne Frank Schule, der Robinsonschule und der Schule im Pioneerpark.

Beschlusslage und Beteiligung

Alle 16 Schulkonferenzen haben den jeweiligen Trägern im Rahmen ihrer Mitwirkungs- und Entscheidungsrechte zugestimmt. Auch Magistrat und Stadtverordnetenversammlung haben den Beschlüssen zugestimmt. Die Stadt bezeichnet die Vergaben als Schaffung von Planungssicherheit für Schulen, Träger und Eltern.

Bundesweiter Rechtsanspruch und praktische Folgen

Hintergrund ist der schrittweise eingeführte bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Ab August 2026 greift der Anspruch zunächst für Kinder der ersten Klassenstufe. In den Folgejahren wird er bis zur vierten Klassenstufe ausgeweitet. Die Stadt betont, dass die Einbindung externer Träger erforderlich ist, weil die Schulen das Angebot nicht mit eigenem Personal leisten können.

Finanzierung und politische Forderungen

Bürgermeister und Schuldezernent Dr. Maximilian Bieri bezeichnete den Anspruch als Meilenstein für Familien, verwies aber zugleich auf die organisatorische und finanzielle Herausforderung für die Kommunen. Die Stadt unterstützt nach eigenen Angaben einen Beschluss des Deutschen Städtetages, wonach die vom Bund vorgesehenen Mittel für die Betriebskosten vollständig an die Kommunen weitergeleitet werden müssen. Zudem verlangt die Stadt zusätzliche Mittel vom Land Hessen.

Dr. Bieri wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: „Die Städte leisten derzeit eine enorme Kraftanstrengung, um den Rechtsanspruch umzusetzen und das in einer finanziell ohnehin angespannten Lage. Es ist zwingend notwendig, dass die Bundesmittel vollständig bei den Kommunen ankommen und das Land Hessen diese nicht nur weiterleitet, sondern zusätzlich eigene Mittel bereitstellt.“

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