Die Stadt Hanau verschärft ab dem 1. Februar die Sanktionen für Verstöße gegen die Abfallsatzung und die Gefahrenabwehrverordnung. Betroffen sind unter anderem das Wegwerfen von Zigarettenkippen und Kaugummis, das Nichtbeseitigen von Hundekot sowie das Füttern von Tauben und anderen Wasservögeln. Stadträtin und Ordnungsdezernentin Isabelle Hemsley kündigte an, die Strafen so zu gestalten, dass sie abschreckend wirken, und begleitende Kontrollen zu verstärken.
Was ändert sich konkret
Die Stadt hat neue Regelbußgelder festgelegt, die teilweise deutlich über den bisherigen Sätzen liegen. Wer Hundekot im öffentlichen Raum nicht entfernt, muss künftig mit 400 Euro rechnen. Auf Spielplätzen und ähnlichen sensiblen Flächen steigt das Bußgeld auf 600 Euro. Bisher lagen die Beträge bei 120 Euro beziehungsweise 200 Euro.
Für weggeworfene Zigaretten oder Kaugummis werden künftig 120 Euro fällig. Das Füttern von Tauben, Wasservögeln oder Fischen wird mit 200 Euro geahndet. Bislang betrugen diese Beträge 75 Euro. Nach Angaben der Stadt steigen einzelne Tatbestände damit um mehr als 230 Prozent. Hemsley bezeichnete die neuen Beträge als Richtwerte und verwies zugleich auf die Prüfpflicht des Ordnungsamts im Einzelfall.
Kontrolle und rechtlicher Rahmen
Die Stadtpolizei wird die Erhöhung der Bußgelder mit verstärkten Kontrollen begleiten. Diese Maßnahmen sollen sowohl im uniformierten Dienst als auch zivil erfolgen. Hemsley sagte, wer glaube, solche Verstöße blieben unbeachtet, irrte. Sauberkeit und Ordnung im öffentlichen Raum müssten konsequent überwacht werden, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.
Rechtlich bleibt den Behörden ein weiterer Spielraum. Für Ordnungswidrigkeiten nach der Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Hanau sind Bußgelder von bis zu 5000 Euro möglich. Die Stadt betont, dass jeder einzelne Fall individuell geprüft werde und in der Regel bei Feststellung eines Verstoßes ein Bußgeld verhängt werde.
Kosten für die Stadt und erwartete Wirkung
Hintergrund der Maßnahme sind nach städtischen Angaben erhebliche Reinigungskosten. Der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service musste im Jahr 2024 rund 180 Tonnen illegal abgelagerten Abfall einsammeln. Allein das Entfernen von Zigarettenkippen auf dem Freiheitsplatz verursacht der Stadt jährlich etwa 10 000 Euro an Kosten.
Hemsley wies darauf hin, dass diese Mittel dann an anderer Stelle fehlten. Die höhere Bußgeldbemessung solle deshalb auch ein deutliches Signal senden: Wer den öffentlichen Raum verschmutzt, schade der Allgemeinheit und müsse künftig spürbar dafür einstehen.
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