Hanau legt aktualisiertes Klimaschutzkonzept vor und strebt Treibhausgasneutralität der Stadt bis 2045 an

Hanau legt aktualisiertes Klimaschutzkonzept vor und strebt Treibhausgasneutralität der Stadt bis 2045 an
Hanau legt aktualisiertes Klimaschutzkonzept vor und strebt Treibhausgasneutralität der Stadt bis 2045 an | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Die Stadt Hanau hat ein fortgeschriebenes Integriertes Klimaschutzkonzept vorgelegt, das den Weg zu einer treibhausgasneutralen Stadt bis 2045 aufzeigen soll. Das Konzept erweitert ein früheres Ziel, wonach die kommunalen Verwaltungen und Betriebe bereits bis 2040 klimaneutral arbeiten sollten, auf die gesamte Stadt und orientiert sich an den Vorgaben des Bundes und des Landes.

Hintergrund und Ziele

Das neue Konzept ist die Fortschreibung des ersten Hanauer Klimaschutzkonzepts aus dem Jahr 2013 und stützt sich auf aktualisierte Daten sowie auf bereits umgesetzte Maßnahmen. Dazu gehören Beratungsangebote, der Ausbau erneuerbarer Energien auf städtischen Liegenschaften und die dauerhafte Verankerung von Klimaschutz und Klimaanpassung in der Verwaltung. Mit der im Juni 2025 beschlossenen Nachhaltigkeitsstrategie wurde nachhaltige Stadtentwicklung als verbindliche Leitlinie aufgenommen.

Die Fortschreibung orientiert sich an den Zielvorgaben des Bundes Klimaschutzgesetzes und des Hessischen Klimagesetzes, die eine Netto Treibhausgasneutralität bis 2045 vorsehen. Ein Beschluss aus dem Jahr 2019, der die klimaneutrale Ausrichtung der städtischen Unternehmung bis 2040 anstrebte, wurde in das Konzept integriert und auf die gesamte Stadt ausgeweitet. Die Stadtführung betont, dass es dabei vor allem um die Reduktion vermeidbarer Emissionen, eine konsequente Senkung des Energiebedarfs und den Ausbau erneuerbarer Energien gehe.

Maßnahmen, Bilanzierung und Monitoring

Das Konzept enthält eine detaillierte Treibhausgasbilanzierung, benennt Einsparpotenziale und Ausbaumöglichkeiten und stellt zwei Szenarien gegenüber: ein Szenario weiter wie bisher und ein Zielszenario. In einem gesamtstädtischen Beteiligungsprozess wurden in fünf zentralen Handlungsfeldern insgesamt 50 konkrete Maßnahmen erarbeitet. Ein Monitoringkonzept sieht vor, die Umsetzung regelmäßig zu überprüfen und transparent darzustellen. Das Dokument ist als dynamischer Plan angelegt und soll fortgeschrieben werden.

Die konkrete Umsetzung hängt jedoch von der Mittelbereitstellung und den Entscheidungen künftiger Haushalte ab. Der Magistrat ist beauftragt, die Vorschläge bei der weiteren Mittel und Stellenplanung zu berücksichtigen. Die Stadtverwaltung sieht sich dabei in einer Vorbildfunktion und bezeichnet Klimaschutz als Querschnittsaufgabe, die Bereiche wie Bildung, Energie, Mobilität und Wirtschaftsförderung betrifft.

Beschlusslage und Ausblick

Der Magistrat der Stadt Hanau hat dem fortgeschriebenen Klimaschutzkonzept in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Die Stadtverordnetenversammlung wird das Konzept in ihrer öffentlichen Sitzung am Montag, 9. Februar, ab 17 Uhr beraten. Die Verwaltung betont, dass die Fortschreibung ein wissenschaftlich fundierter Fahrplan sein soll, der ambitioniert und zugleich realistisch die kommunalen Handlungsmöglichkeiten berücksichtigt.

Ob die geplanten Maßnahmen in vollem Umfang umgesetzt werden, hängt von weiteren politischen Beschlüssen und verfügbaren Haushaltsmitteln ab. Das Konzept soll nach Angaben der Stadt regelmäßig überprüft und an neue Rahmenbedingungen angepasst werden.

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