Hanau erklärt die Grabstätte der Puppenmuseumsgründerin Gertrud Rosemann zum Ehrengrab

Hanau erklärt die Grabstätte der Puppenmuseumsgründerin Gertrud Rosemann zum Ehrengrab
Hanau erklärt die Grabstätte der Puppenmuseumsgründerin Gertrud Rosemann zum Ehrengrab | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Die Stadt Hanau hat die Grabstätte von Gertrud Rosemann auf dem Hanauer Hauptfriedhof als Ehrengrab ausgewiesen. Die Verwaltung begründet die Entscheidung mit dem langjährigen ehrenamtlichen Wirken Rosemanns für kulturelle Bildung und internationale Verständigung. Die Stadt übernimmt die Pflege und Unterhaltung der Grabstätte.

Städtische Begründung und Umsetzung

Nach Angaben aus dem Rathaus erfolgt die Erhebung der Grabstätte in den Rang einer Ehrengrabstätte auf Grundlage der geltenden Richtlinie zur Anerkennung von Ehrengräbern. Oberbürgermeister Claus Kaminsky hob hervor, Rosemann habe Hanau als Kulturstadt und als Ort bürgerschaftlichen Engagements nachhaltig geprägt. Stadträtin Isabelle Hemsley verwies darauf, dass die Stadt mit der Übernahme der Pflege das Andenken an Rosemann bewahren wolle.

Lebensweg und Aufbau des Hessischen Puppenmuseums

Gertrud Rosemann wurde am 30. Oktober 1922 in Kettwig geboren und wuchs in Wuppertal auf. Nach dem Studium und dem Staatsexamen wurde sie 1943 als Lehrerin in Ostpreußen und Masuren eingesetzt. 1945 schloss sie sich einem Flüchtlingstreck an und geriet später in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach ihrer Entlassung aus einem Internierungslager kehrte sie 1948 nach Deutschland zurück und nahm 1949 ihre Tätigkeit im Schuldienst wieder auf. Bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1985 unterrichtete sie in Frankfurt am Main.

1983 gründete Rosemann das Hessische Puppenmuseum im Arkadenbau der historischen Kuranlagen Wilhelmsbad. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Museum zu einem zentralen Ort kultureller Bildung und bürgerschaftlichen Engagements. Als sie 1997 die Leitung des Museums abgab, hatte sie nach Angaben der Stadt rund 66 700 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet und zahlreiche Ausstellungspublikationen vorgelegt.

Internationale Verbindungen und Auszeichnungen

Über das Puppenmuseum knüpfte Rosemann Kontakte nach Japan. 1989 initiierte der damalige Oberbürgermeister der japanischen Stadt Tottori, Masaru Nishio, eine Ausstellung zum Thema Völkerverständigung durch Spielzeug. Daraus entstand 1995 die Eröffnung des Spielzeugmuseums Warabekan in Tottori und später die offizielle Städtepartnerschaft zwischen Hanau und Tottori im Jahr 2001.

Für ihr Wirken wurde Rosemann vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt sie den Kulturpreis des Landkreises Main Kinzig, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die Goldene Ehrenplakette der Stadt Hanau, den Deutsch Japanischen Freundschaftspreis der Robert Bosch Stiftung sowie einen japanischen Kaiserorden. Die Stadt Tottori verlieh ihr eine außerordentliche Ehrenbürgerurkunde. Gertrud Rosemann starb am 6. Februar 2023 im Alter von 100 Jahren.

Die Ausweisung der Grabstätte als Ehrengrab ist nach Angaben der Stadt als dauerhafte Würdigung ihres Lebenswerks gedacht.

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