Am 30. Januar werden im Historischen Museum Hanau Schloss Philippsruhe zwei neue Ausstellungsbereiche eröffnet. Auf rund 500 Quadratmetern zeigen eine Dauerausstellung zur Hanauer Neustadt und das neugestaltete Papiertheatermuseum historische Entwicklungen und kulturelle Traditionen der Stadt.
Inhalte der neuen Abteilungen
Die Dauerausstellung zur Hanauer Neustadt thematisiert die städtebauliche Entwicklung seit der Gründung 1597 und stellt Migration als prägende Kraft für Wirtschaft und kulturellen Austausch in den Mittelpunkt. Oberbürgermeister Claus Kaminsky hebt hervor, dass Wohlstand und Ideenreichtum Hanau maßgeblich dem Zuzug seit der Neustadtgründung zu verdanken seien und viele Zugezogene hier eine neue Heimat gefunden hätten.
Das Papiertheatermuseum beleuchtet die rund 200 Jahre alte Tradition des Papiertheaters und seine internationale Vernetzung. Das Museum ist seit dem 28. Januar 1990 in Hanau ansässig. In den 1980er Jahren erlebte das Papiertheater eine Renaissance, und bis heute existiert eine lebendige Szene. Die Aufführungspraxis wurde 2021 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Die Ausstellung zeigt nach Angaben der Stadt die Entstehungsgeschichte der Form sowie Verlage und Spielende und setzt auf interaktive Elemente, um die kleinen Bühnen zum Leben zu bringen.
Sanierung und Infrastrukturmaßnahmen
Die Eröffnung der beiden Bereiche markiert den Abschluss einer Reihe von Maßnahmen zur inhaltlichen und baulichen Erneuerung von Schloss Philippsruhe. Das Projekt wird seit 2019 im Rahmen einer Maßnahme der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert. Zu den umgesetzten Arbeiten gehören Restaurierungen an Zaun und Fassade, Sanierungen im Marstall, die Einrichtung einer Sektion Hanauer Moderne sowie Infrastrukturverbesserungen wie ein mehrsprachiger Mediaguide, WLAN, ein Besucherleitsystem und ein Fahrstuhl.
Zu den restaurierten Objekten zählen nach Angaben der Museen unter anderem die beiden Löwen im Außengelände und ein einzigartiger Muranoglasleuchter im Annazimmer der Beletage. Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer betont, dass die Bundesförderung in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro ein deutliches Signal für die Stärkung kultureller Infrastruktur und den Erhalt historischer Bausubstanz sei.
Angebot, Öffnungszeiten und Finanzierung
Museumsleiter Dr. Markus Häfner verweist darauf, dass Schloss Philippsruhe nun sechs Schwerpunkte unter einem Dach vereint: die beiden neuen Abteilungen, das Mitmachmuseum GrimmsMärchenReich, die historische Beletage, die Abteilung Hanauer Moderne und die Galerie im Dachgeschoss mit wechselnden Ausstellungen wie derzeit Entdecke Georg Cornicelius. Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur, bezeichnet die Einrichtungen als zentrale Orte für gesellschaftlichen Austausch und lebenslanges Lernen und verweist auf ein begleitendes Bildungs- und Vermittlungsprogramm.
Die neuen Ausstellungen sind dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt beträgt sieben Euro, ermäßigt fünf Euro. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre erhalten freien Eintritt. Beide Bereiche können im Rahmen von Führungen oder Kreativangeboten erkundet werden. Weitere Informationen sind auf der Website der Städtischen Museen Hanau zu finden.
Förderer und Unterstützer
Die Erneuerungen wurden von mehreren Institutionen gefördert und unterstützt. Neben der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien beteiligten sich das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, der Museumsverband Hessen, der Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Stiftung Flughafen Frankfurt Main, die Stadt Hanau sowie private Stiftungen und Fördervereine an dem Projekt.
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