Bei einer Veranstaltung der Brüder Grimm Berufsakademie Hanau tauschten sich Absolventinnen und Studierende über Berufswege nach dem Studium aus. Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri, der als Aufsichtsratsvorsitzender der Akademie teilnahm, zog die Bilanz, dass das Studienangebot 14 Jahre nach Beginn des Studienbetriebs von jungen Menschen angenommen werde und in Unternehmen Anerkennung finde.
Format und Teilnehmende
Die Reihe Das Leben bleibt Baustelle wurde erstmals im Stadthof Hanau abgehalten, dem neuen Sitz der Akademie seit einem Jahr. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen von sechs Absolventinnen aus den Studiengängen Designmanagement und Produktgestaltung, darunter zwei Absolventinnen aus den ersten Jahrgängen. Sie berichteten offen und praxisnah über ihre beruflichen Entscheidungen und Herausforderungen nach dem Abschluss.
Alle Vortragenden sind inzwischen fest angestellt. Ihre Arbeitgeber reichen von Agenturen wie NORDISK und Designbüros wie OMC°C bis zu Unternehmen wie DEKA Immobilien. Die Tätigkeitsfelder umfassen die Gestaltung und Planung von Büro und Gewerbeflächen, Kommunikation und Marketing in Agenturen und Unternehmen, handwerkliche Arbeiten im Messe und Möbelbau sowie Projekte zur Stadtbegrünung.
Erfahrungen aus dem Berufsalltag
Die Absolventinnen hoben mehrfach Kompetenzen hervor, die sich im Berufsalltag als besonders nützlich erwiesen: Selbstorganisation, das Denken in Prozessen statt in Endergebnissen, Methoden zur Problemlösung, Präsentationstechniken und Teamfähigkeit. In Gesprächen über die Stellensuche warnten sie davor, Absagen persönlich zu nehmen. Entscheidend sei oft weniger die fachliche Bewertung, als das Zusammenpassen von Team und Kandidatin. Wie eine Teilnehmerin zusammenfasste: „Die Chemie muss stimmen.“
Bedeutung der Akademie für Ausbildung und Region
Akademieleiter Prof. Martin Krämer betonte, die Veranstaltung zeige ehrlich, was nach dem Studium passiere. Ein Studium an der Akademie werde nicht als abgeschlossener Abschnitt verstanden, sondern als Ausgangspunkt für kontinuierliche persönliche und berufliche Entwicklung. Studierende sollten ihre Stärken weiterentwickeln und eigenständige Berufswege finden, sagte er.
Bürgermeister Dr. Bieri verwies auf den Nutzen für Hanau: Gut ausgebildete, kreative und praxisnahe Fachkräfte stärkten lokale Unternehmen und trügen zu einem lebendigen Stadtleben bei. Er hob zudem die besondere Struktur der BGBA hervor. Die Berufsakademie verknüpfe ein akademisches Bachelorstudium mit zumeist handwerklicher Ausbildung und biete so in sieben Semestern eine Doppelqualifikation. Angeboten werden die dualen Studiengänge Produktgestaltung, Designmanagement sowie Innovationsmanagement und Marketing, verbunden mit entsprechenden Ausbildungsberufen.
Der Abend unterstrich nach Angaben der Akademie den Netzwerkgedanken, der seit der Gründung prägend sei: Der direkte Austausch zwischen Ehemaligen, Studierenden und Lehrenden diene der Berufsorientierung und der Verständigung darüber, welche Fähigkeiten in der Praxis gefragt sind.
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